Künstler im Freundeskreis
Carla Chlebarov
Carla Chlebarov aus Salem hat sich nicht autodidaktisch an ihr Motiv herangetastet, sondern ein Studium an der Münchner Akademie der Kunst absolvierte, zuletzt als Meisterschülerin von Franz Bernhard Weißhaar.
Besondere Prägung erhielt die Künstlerin von Professor Hermann Nitsch, dem sie von 1989 bis 1999 auch auf der Internationalen Sommerakademie in Salzburg studierte und 1997 assistierte. Nitsch
schreibt über sie: „Carla Chlebarov gehört für mich zu den besten lebenden gestischen Malerinnen.“
Sie malt oft großformatige Bilder, die stark von der Bildsprache des Informel geprägt sind, aber auch Arbeiten, die typisch sind für den abstrakten Expressionismus. „Ich bin schon sehr
gegenstandsfrei“, sagt sie und fügt schmunzelnd hinzu: „wenn’s geht.“
Farbe, Raum, Fläche, Spannung
Natürlich kann man bei längerem Hinsehen durchaus figurative Elemente erkennen, wie wenn man länger auf Wolkenformationen oder auf Steinböden blickt, doch darum geht es ihr nicht. „Es geht immer
um die Kunst“, sagt sie spontan, als sie auf ihre kunsttherapeutische Arbeit angesprochen wird. „Hier wie da geht es um die Auseinandersetzung mit Farbe, Raum, Fläche, Spannung.“
Die Farbe ist ihr etwas Wesentliches. Die Skala reicht von eher verhaltenen Farbkompositionen bis zu kräftigen, miteinander in Wettstreit tretenden Farben, die die Form in den Hintergrund treten
lassen. Carla Chlebarov liebt es, viele Schichten übereinander zu legen, ein Sinnbild für das Einfangen von Zeitebenen. Zu feste Vorstellungen im Voraus lehnt sie ab: „Da geht zu viel von der
Lebendigkeit verloren.“ Sie setzt verschiedene Techniken ein, beginnt vielleicht mit Eitempera, heute überwiegend mit Acryl, auf das sie dann Öl setzt. Skizzenhafte Striche schweben über dem
Ganzen, durchdringen Fläche, verschwinden – oder sollte man besser sagen: verstummen?
Mit einer Ausbildung zur Dekorateurin bis zum Gesellenbrief hat die 1966 auf Norderney geborene, heute in Salem lebende Künstlerin begonnen. Nach drei Jahren als Assistentin für Filmausstattung
in den Bavaria Filmstudios und nach Arbeits- und Studienaufenthalten in den USA und Mexiko wechselte sie auf die Kunstakademie in München, nachdem sie erkannt hatte, dass das ihr Weg sein werde.
Heute ist sie freie Künstlerin mit Atelier in Markdorf: „Es war mein tiefer, inniger Wunsch, so zu leben.“ Die Bilder geben ihr Recht. Viele Inspirationen hat sie umgesetzt, verwandelt, bis etwas
Eigenes entstanden ist. Kurzum: wirklich sehenswert
Auszüge von Helmut Voith, 2015, Schwäbische Zeitung

Carla Chlebarov |
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Diplom-Kunstmalerin, lebt und arbeitet in Salem/Bodensee, geboren 1966 auf Norderney |
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A u s b i l d u n g |
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1984-86 |
Ausbildung zur Dekorateurin, Gesellenbrief |
1987 |
Assistentin für Filmausstattung, Bavaria |
seit 1990 |
Videofilmproduktionen zus. mit Ulrich Fischer |
1990-91 |
Arbeitsaufenthalt in den U.S.A. |
1992 |
Studienaufenthalt in Mexico, Bellas Artes, San Miguel de Allende |
1987-94 |
Studium in München, Akademie der bild. Künste, Meisterschülerin, Diplom |
1994 |
Geburt meines Sohnes Stefan |
1989-99 |
Jedes 2. Jahr, Int. Sommerakademie Salzburg, Gestische Malerei und Aktionsmalerei bei Prof. Hermann Nitsch |
2012-13 |
Coaching mit kunsttherapeutischen Mitteln, IKT Gauting |
Kunst- und Kreativtherapeutin, IEK Berlin |
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A u s s t e l l u n g e n (A u s z u g) |
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2024 |
Stadtgalerie Markdorf, NONSTOP |
2023 |
Art Hotel Panorama, Pirgadikia, Griechenland |
2022 |
SAW, North Main Gallery, Salem, New York |
2021 |
Mitgliederausstellung 2021, Badischer Kunstverein, Karlsruhe Erstklassig, VBKW, Jahresausstellung, Alte Schule, KUKU, Sigmaringen Fett auf Mager, Hotel Seehof, Meersburg Kunst im Schaufenster, Freundeskreis Kunst, Uhldingen |
2020 |
Grün, Part II, Galerie Überlingen |
2019 |
Schloß-Galerie, Förderverein Schloß Hohenschönhausen e.V., Berlin |
2018 |
Kunsthalle Ravensburg, Kunstmarkt 2018 |
2017 |
Volksbank Überlingen |
2016 |
Kunstmesse Leipzig, Leipzig |
2015 |
Galerie im Science Park, Ulm |
2014 |
Galerie Cafe Käthe, München |
2013 |
Galerie im Kornhauskeller, Pro Arte Ulmer Kunststiftung, Ulm |
2012 |
Kunsträume Taisersdorf |
2011 |
Galerie Kunst im Rahmen, München |
2010 |
Galerie Cafe Käthe, München |
2009 |
Galerie Klaus Lea, München |
2008 |
Galerie 48, Saarbrücken |
2007 |
Hotel Panorama, Thessaloniki, GR |
2006 |
Lui Luri, München |
2005 |
Rathaus, Neufrach |
2004 |
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2003 |
Galerie Hafner & Kraft, München Petershauser Hof, Überlingen |
2002 |
Domagk-Ateliers, München |
2000 |
Ausstellungsraum Balanstrasse, München |
1999 |
Pasinger Fabrik, München |
1998 |
5 Jahre Domagk-Ateliers, München |
1997 |
Möbelhaus ahrend, München |
1996 |
Galerie Klaus Lea, München |
1995 |
Kunstpavillon, München Galerie an der Finkenstraße, München Bayerische Versicherungskammer, München Haus der Kunst, München |
1994 |
Goethe Center, München Galerie im Rathaus, München |
1993 |
Galerie Popp, München |
1992 |
Cik Cak Centrum, Bratislava |
1991 |
Harrison Gallery, Florida, U.S.A.. |
1990 |
Galerie Studio Z, München |
1989 |
Internationale Sommerakademie, Salzburg |
A k t i o n e n |
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2001 |
Theaterarbeit, Bühnenbild, "Die Liebenden in der Untergrundbahn" und "Triptychon", Max Frisch |
1997-2002 |
Erster Zustand Erde, Sankt-Petersburg, München, London, Wien, Berlin, Paris, Rom |
1999 |
Kunstaktion in der Amalienpassage 'Mittendrin' Malaktion mit Internet Liveübertragung |
1992 |
Mensch als Leinwand II, München |
1991 |
Malaktion mit Kristof Hannes, Mensch als Leinwand I, Regensburg |
1989 |
Protestmalaktion von Kristof Hannes, Akademie Galerie, München |
L e h r t ä t i g k e i t / K u n s t t h e r a p i e |
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seit 2020 seit 2018
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Dozentin bei der VHS Friedrichshafen Dozentin für Malerei, Fabrik am See, Gaienhofen/Horn |
2005-2018 |
Kunsttherapie, Steinbildhauen |
2004 |
Zusammenarbeit mit Wiltrud Karitter, Schulung der Wahrnehmung |
1994-00 |
Ständige Annahme von PraktikantInnen der Fachoberschule für Gestaltung |
1997 |
Assistentin von Hermann Nitsch an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg (Aktionsmalerei) |
R e s i d e n c i e s |
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2022 |
Salem2Salem, Salem New York |
A n k ä u f e : Max-Planck-Institut, Galerie Klaus Lea, Bayerische Staatsgemäldesammlung Moderner Kunst München, Graphothek Heidenheim, Private und öffentl. Sammlungen |